Der SSB und der Heidelauf

Zweimal mußte der SSB  als  Veranstalter, bzw. Mitveranstalter in die Bresche springen, als der traditionsreichen Laufveranstaltung das Aus drohte. Erst mit dem Partner SV Halle und anfangs seiner Abteilung Triathlon, und jetzt der Abteilung Moderner Fünfkampf als Ausrichter erreichte der Lauf wieder ruhiges Fahrwasser und eilte 2009 von Teilnehmer-Rekord zu Teilnehmer-Rekord.

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Die Geschichte der Heideläufe


(Nach Georg Bruns / Martin Deparade: Hallesche Heideläufe, Artikel im Halleschen Turn- und Sportalmanach 2002)

Der Aufschwung der Laufbewegung in Halle weckte bei vielen Sportlern den Wunsch, auch verstärkt unter Wettkampfbedingungen anzutreten, aber im Gelände. Am 10.11.1979 war das erstmals möglich. Der erste Heidelauf (über 8 und 10 km), organisiert von der Laufgruppe Saaletal, die sich um Martin Deparade scharte, lockte 157 Teilnehmer. Start- und Zielort war die alte Laufhalle in Halle-Kröllwitz, später wurde die Gaststätte 'Waldkater' zum Ausgangspunkt gewählt. Das sollte aber nicht der letzte Umzug sein. Seit 1988 jedoch kommen die Läufer aus Halle und Umgebung mehr oder weniger regelmäßig in Dölau zusammen. Der Vorstand der SG Blau-Weiß Dölau kam den Heidelauforganisatoren entgegen und stellte seine Anlagen für diese beliebte Sportveranstaltung zur Verfügung. Am 18.12.1988 wurde dann die erste Heidelaufserie gestartet - über ein Jahr verteilt finden seitdem mehrere gleichartige Wettkämpfe statt und werden nach einheitlichen Kriterien bewertet, einschließlich Ermittlung eines Gesamtergebnisses, und das natürlich auch altersklassenbezogen.
Die Beliebtheit der Heideläufe beweisen einige Fakten aus der Statistik: Bereits zum 100. Heidelauf am 27.12.1997 gab es trotz unvollständiger Nachweisführung protokollarisch belegt Sportler mit über 50 Starts. Bis dahin wurden 1600 Aktive aus über 130 Städten und Gemeinden gezählt, pro Lauf waren es durchschnittlich 90 Teilnehmer. Am stärksten vertreten war dabei natürlich Halle mit 1030 Teilnehmern, gefolgt von Leipzig (51 Teilnehmer), Wettin (48 Teilnehmer), Merseburg (36 Teilnehmer), Hettstedt (29 Teilnehmer) und der ehemaligen Garnison Heide der sowjetischen Streitkräfte in Halle (25 Teilnehmer). Die Entwicklung der Heideläufe erfolgte auch in punkto Beteiligung nicht gleichmäßig und stetig. Wurden beim 42. Heidelauf am 22.12.1985 beispielsweise 287 Zieleinläufe registriert, so fand der 66. Heidelauf am 19.4.1991 mit nur 33 Aktiven statt; beim 125. Heidelauf erreichten hingegen wieder 130 Sportler am Ziel.
Da sich die Heideläufe finanziell im wesentlichen aus den recht niedrigen Startgeldern selbst tragen, konnten kaum Spitzensportlern zur Teilnahme verpflichtet werden. Mit dem 59. Lauf am 17.02.1990 wurde die erste BARMER-Heidelaufserie gestartet. Mit der Unterstützung durch die BARMER Ersatzkasse Halle und das Sporthaus Cierpinski konnten auch Spitzenathleten, Olympiasieger, Welt- und Europameister, Weltcupsieger, Deutsche Meister und Rennsteiglaufsieger, für diese Sportveranstaltung nach Halle gelockt werden. Zeitweilig waren noch andere Laufwettbewerbe, unter anderem Bezirksranglisten- und Landescup-Wettbewerbe sowie Mannschaftsmarathons und Staffelläufe in die Heidelaufserien integriert.
Der 101. Heidelauf wurde auf dem Sportplatz des Nietlebener SV Askania 09 am Ostermontag 1998 gestartet. Der Lauf wurde auf einem 3,7 km langen Rundkurs ausgetragen, der sehr anspruchsvoll war, es ging ständig bergauf oder bergab. Das einzige ebene Stück war der Abschnitt auf dem Sportplatz. Zur Auswahl standen 3,7 km (1 Runde) und 11,1 km (3 Runden). Trotz der kräftezehrenden Strecke fanden sich zu den Läufen 60 bis 90 Starter ein. Die Läufe wurden in der gewohnten Weise als Serie weitergeführt. Für jeden Lauf erhielten die Starter Punkte und die besten wurden zum Jahresende geehrt. Der Jahresabschlusslauf wurde 1999 als Silvesterlauf mit Start und Ziel am Waldkater auf einer 4-km-Runde ausgetragen. Im Jahr 2000 fand der Silvesterlauf bei Schnee und Eis auf dem Nietlebener Sportplatz statt. Mit dem Nietlebener SV Askania hatte die Heidelaufserie von 1998 bis 2000 einen guten Gastgeber. Der Fußballverein half den Läufern vorbildlich. Unterstützung erhielt der Veranstalter auch vom Stadtsportbund Halle.
In den folgenden Jahren wechselte die Trägerschaft mehrmals: Sportfreunde des SV Halle, der Halleschen Leichtathletikfreunde und des USV Halle, die Abteilung Triathlon des SV Halle und schließlich der Stadtsportbund in Partnerschaft mit der Abteilung Triathlon des SV Halle übernahmen die Verantwortung für die Heideläufe. Der Wechsel der Veranstalter bot zugleich die Möglichkeit, einem Wunsch vieler Läufer nachzukommen und mit der Veranstaltung an die beliebte Stelle nach Dölau zurückzukehren. Die dort gelaufene 5-km Runde war bei Läufern besonders beliebt. Seit dem 18.3.2001 sind Start und Ziel wieder auf dem Sportplatz des SV Blau-Weiß Dölau. Nach dieser erneuten Premiere in Dölau hatten auch die folgenden Läufe eine gute Beteiligung. Seit November 2001 sind ständig mehr als 100 Läuferinnen und Läufer am Start. Der letzte Lauf des Jahres wird immer als Silvesterlauf durchgeführt, allerdings nicht in Dölau, sondern im Sportkomplex Brandberge, wo nach dem Lauf und der Siegerehrung die Pokalsieger und Platzierten der Heidelaufserie geehrt werden.
Der rege Zuspruch der Heideläufe zeugt einerseits von einem positiven Trend in der Laufbewegung, andererseits von einer guten Zusammenarbeit zwischen den Veranstaltern, dem Gastgeber Blau-Weiß Dölau, den o. g. Vereinen und dem Fachbereich Schule, Sport, Bäder der Stadtverwaltung Halle. Der Heidelauf, begonnen in den 70er Jahren, wurde zu einer echten breitensportlichen Tradition und wird seit zwei Jahren auch von der DAK aktiv unterstützt.


 

 

Bilder

Manfred Kuschmann (Europameister 1974 über 10000 m)
Werner Schildhauer( Vize-Europameister und Vize-Weltmeister über 5000 m und 10000 m)
Doppelolympiasieger im Marathon Waldemar Cierpinski
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